Das Jahr 2018 wird uns lange in Erinnerung bleiben: Durch den raschen warmen Frühlingsbeginn und den fehlenden Niederschlag erschien es als “angenehm”, die Imker konnten reinen Kirschhonig ernten, da der Raps erst später blühte.

Die Ernte 2018 war überschwenglich, drohte damit aber auch die Folgen bereits an: Massive Blüten- und Ernteausfälle 2019, geschwächte Bäume und die Zunahme an Schwächenutzern wie der Pilz Diplodia mutila, dem ungleichen Holzbohrer und dem Obstbaumsplintkäfer.

Der Pilz tritt durch kleine Verletzungen etc. ein und verstopft die Leitungsbahnen. Als Folge wird die Partie schwarz, riecht charakteristisch und der Obstbaumsplintkäfer fliegt ein. Die Pilzsporen fliegen sehr weit, so dass auch Bäume befallen sind, die längere Zeit ungepflegt sind. Eine Verbreitung durch den Menschen ist daher unwahrscheinlich. Hier gibt es ein Info-Blatt des landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (siehe unten). Einen weiterer Artikel vom Landschaftspflegeverband Main-Taunus beschäftigt sich ebenfalls mit diesem Thema.

Erfolgreiche Rindenbrandbehandlung

Maßnahmen

  • stark befallenes Holz absägen und verbrennen
  • regelmäßige Desinfekion des Werkzeuges – es empfiehlt sich eine sichere, umweltschonende und billige Feuerdesinfektion
  • vitale Bäume können durch Ausschneiden der Stellen und Versorgung mit Lehm zu neuer Rinde angeregt werden, vor allem in Stammnähe
  • die regelmäßige Baumkontrolle nach kleinen Stellen und sofortige Behandlung sind unerläßlich

Zu den Fotos (alle Fotos: A. Viller):

Auf dem oberen Bild ist ein Altbaum zu sehen, dessen Starkast seit mehreren Jahren befallen ist. Trotz Behandlung war hier der Erfolg aussichtlos.

Das untere Bild zeigt einen vitalen Jungbaum im 14. Standjahr. Die betroffenen Stellen wurden im März des Vorjahres großzügig ausgeschnitten und mit Lehm versorgt. Wenige Monate später zeigt sich bereits der Erfolg: Neue und gesunde Rinde ist nachgewachsen.

Aufruf!

Das landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg hat 2020 ein Projekt zur Untersuchung des Diploida gestartet. Ziel ist es, Faktoren der Prävention zu finden, um den Pilz einzudämmen. Eine Wahrscheinlichkeit zu anfälligen Sorten soll erforscht werden.

Um dies untersuchen zu können, wurde ein Erhebungsbogen erstellt. Wir rufen deutlich dazu auf, sich zu beteiligen. Doch eine Bitte: Nutzen Sie diesen bitte nur, wenn Sie die betroffenen Obstsorten kennen. Dazu bitte nicht auf die Namensschilder verlassen, da diese leider auch fehlerhaft sein können. Es ist – zum jetzigen Stand der Forschung – nicht nötig, reine Standorte aufzuzeigen. Auf annähernd jeder Wiese befindet sich der Pilz bereits.

Bitte unterstützen Sie die Forschergruppe mit dem hier angelegten Dokument. Eventuell eingesendete Proben werden mit diesem Begleitschein versendet.

Fragen können Sie auch an unsere Gesamtkoordinatorin stellen, die in engem Austausch mit den Wissenschaftlern steht.

Weiterführendes
Ein interessanter Artikel findet sich beim Landschaftspflegeverband Main-Taunus (hier). Auch hier wird der Versuch angeregt, zunächst nur die Unterlagen auf die Wiesen zu pflanzen und erst nach einem/zwei Jahren vor Ort zu veredeln.


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