Über Jahrhunderte entwickelte sich aus praktischen, effizienten und ökologischen Gründen der Streuobstanbau, der auf verschiedenen Etagen den landwirtschaftlichen Raum optimal ausnutzte. Der heute Trend „vertical gardining“ daher keine neue Erfindung.

Hunderte von Sorten, gezüchtet nach verschiedensten Eigenschaften und Ansprüchen entstanden. Tier und Pflanzen haben sich an den besonderen, reichlich vorhandenen Lebensraum „Streuobstwiese“ angepaßt. Obstgürtel versorgten die umliegenden Menschen mit Obst zum Sofortverzehr oder zum späteren Gebrauch.

Nachdem nun sämtliche der alten Streuobstbestände überaltert, vergreist, „oben rum“ ungepflegt und am Auseinanderbrechen sind, gibt es eine Kehrtwende: Der freistehende Obstbaum erfährt eine Renaissance in Pflege, Wertschätzung und Wertschöpfung.

Viele Jahrzehnte „Pflegestau“ machen sich bemerkbar, nun wird nach und nach aufgeholt. Junge Bäume werden nachgepflanzt, es gibt wieder Obst- und Apfelfeste, teils mit Sortenbestimmung. Selbst gesammelte Früchte werden vermostet, Obstspezialitäten entstehen, Mostereien werden eröffnet.

UNESCO Immaterielles Weltkulturerbe

Der Verein Hochstamm Deutschland e.V. hat – mit Unterstützung 1,2 Millionen Obst(baum)liebhaber einen Antrag auf Immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO eingereicht. Am 19.03.2021 gab es die freudige Verkündung: Ja, Streuobst zählt nun auch dazu. Herzlichen Dank an den Verein und die viele Arbeit!

In den sozialen Medien bringt die Eingabe von #streuobstistüberall eine interessante, da mannigfaltige und europaweite

Europaweiter Tag der Streuobstwiese

2021 ist ein gutes Jahr für das Streuobst! UNESCO Weltkulturerbe, viele Medienbeiträge, ein nasser Winter und europaweiter Tag der Streuobstwiese. Dieses Engagement kommt aus Österreich und schwappte nun auch über. Schauen Sie doch mal bei den Kollegen nach!