Das Streuobstjahr wurde bei allen Obstsorten als herausragend gutes Obstjahr eingeschätzt, vor allem beim Steinobst. Trotz der Trockenheit gab es überdurchschnittlich gute Ernten. Bedingt durch fehlende Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht im milden Herbst fehlten häufig die typischen Rotfärbungen bei den Äpfeln. Abnorme Färbungen waren hingegen häufig zu beobachten.

Die Trockenheit bewirkte, dass kaum Pilzbefall und Fäulnis auftraten und der Schorfbefall gering war. Allerdings muss 2018 auch als Insektenjahr bezeichnet werden. Es brachte mehrere Generationen von Apfelwicklern hervor und bot Läusen beste Bedingungen. Besonders gefährlich erscheint die Mehlige Blattlaus, nach deren Befall sich die Blätter ringeln.

Das Obst blühte etwa drei Wochen eher als üblich. Entsprechend früher begann auch die Ernte. Bei der Genussreife und Haltbarkeit ist diese Zeit gegenüber den Standardangaben abzuziehen.

Ein neuer und gefährlicher Schädling ist die Kirschfruchtfliege, die eine Gefahr für alle Beeren- und Steinobstarten darstellt, besonders diejenigen mit weicher Schale. Nicht weniger bedrohlich erscheint die Zunahme von Mistelbefall auf Obstbäumen.


Während der Streuobststammtische im Herbst 2018 in den drei Projektregionen gaben die Fachleute Hans-Jürgen Mortag und Dr. Werner Schuricht zusammenfassende Rückblicke auf das Obstjahr 2018. Die Ergebnisse sind nachfolgend zusammengenfasst.



Empfehlungen

In trockenen Jahren müssen besonders Neuanpflanzungen sehr gut mit Wasser versorgt werden. Ebenfalls wichtig ist die Anlage von Baumscheiben. Hochstämme neigen zum Alternieren; auf Jahre mit sehr guten Erträgen folgen oft Jahre mit bescheidenen Erträgen. Deshalb ist für 2019 eine geringere Ernte wahrscheinlich. Da die Bäume vom Jahr 2018 sehr erschöpft sind, wird allen Baumbesitzern der Baumschnitt ans Herz gelegt. Gegen Sonnenbrand hilft es, die Stämme zu kalken und Wundbehandlungen vorzunehmen. Als umweltverträgliches Spritzmittel wurde „Neemöl“ genannt. Es ist gegen Käfer, Raupen, Läuse und Spinnmilben einsetzbar, ebenso gegen Schnecken und Pilzbefall. Direkt auf die Blätter gegeben, wirkt es gegen akuten Schädlingsbefall.