Herzlich Willkommen
beim Streuobstnetzwerk Ostthüringen!

Schwefelporling an einer Birne

Streuobst als Immaterielles Kulturerbe – seit März 2021 amtlich: Streuobst als traditionelle Anbaumethode und wertvoller Lebensraum hat es ins UNESCO Weltkulturerbe geschafft!! hier geht’s weiter…


Fortgeschrittener Rindenbrand

Stellenausschreibung: Aktuell gibt es eine Arbeitsstelle im Bereich der Neophyten in der Reagionalen Aktionsgruppe Saale-Holzland (RAG SHK). Die Datei finden Sie hier.


Borkenkäfer und Schwarzpilz

Nun im Frühjahr sind die Schäden sichtbar: Auffallend schwarze Stellen und ausgefranste Rinde. In den letzten Jahren wüten Obstbaumsplintkäfer und Rindenbrand. Annähernd jede Anlage ist betroffen. Weitere Infos gibt’s hier.


Planung – Pflege – Fördergelder – Krankheiten, Schädlinge – Sortenerhalt und Veredlung – Ernte – Verarbeitung

vielfältige Apfelsorten

In unserem kostenfreien Netzwerk sind Akteure und Interessenten aktiv, die sich mit dem Thema Streuobst und seinen vielfältigen Bereichen beschäftigen.

Welche Sorten bei Ihnen gut passen, wie man eine Wiese anlegt, wie/wo Sie Ihr reifes Obst verwerten können, wie Sie „richtig“ schneiden, veredeln probieren und wo Sie regionale Ansprechpartner finden – all das und viel mehr bietet das Netzwerk.

Regelmäßig finden in den LEADER-Regionen Schulungen, Vorführungen, Führungen, Stammtische und Vor-Ort-Aktionen statt. Auch ein Austausch untereinander wird gefördert und unterstützt.


  • Aktuelle Beiträge

    • Erfahrungsbericht NALAP-Förderung

      Unser Netzwerksmitglied J. Schlegel hat einen persönlichen Bericht über eine größere NALAP-Maßnahme geschrieben. Bitte kontaktieren Sie uns oder die zuständige Einrichtung, bevor Sie einen Antrag stellen möchten: Streuobstwiesen-Förderung durch NALAP 2020/2021, ein Erfahrungsbericht von Jürgen Schindler Beim Streuobststammtisch am 24.09.2020 in der Domäne Groschwitz wurde durch Vertreter der Natura2000-Station und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt das „Programm zur Förderung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen“ (NALAP) vorgestellt. Dabei sagte die Natura2000-Station Unterstützung bei der Konzeptionserstellung und Förderantragstellung zu. Einen Tag später wurde durch mich Kontakt mit der Natura2000-Station aufgenommen und ich bat um einen Vor-Ort-Termin. Das „Objekt“ ist ein 0,6 ha großer Teil einer ehemaligen Süßkirschenplantage bei Saalfeld. Die Gesamtgröße der in den Jahren von 1959 bis 1961 angelegten Plantage beträgt 1,7 ha. Die Bäume stehen in einem 8 m x 10 m Verbund, sind altersbedingt und durch intensive Grünlandnutzung stark geschädigt. Ersatzpflanzungen sind bislang nicht erfolgt so dass ca. 20 % „Fehlstellen“ zu verzeichnen sind. Die noch lebenden Bäume sind totholzreich und bilden mit den Torsos abgestorbener Bäume einen faszinierenden Lebensraum – u. a. für den Wendehals. Das Grünland ist artenarm und dokumentiert sein bisheriges Dasein als Entsorgungsort für Gärreste und als Viehweide. Im Gespräch mit den Vertretern der Natura2000-Station wurden Maßnahmen zur Sicherung und Aufwertung der Fläche erörtert. Beabsichtigt waren durch den Pächter/Nutzungsberechtigten: die Nachpflanzung von hochstämmigen Obstgehölzendie Grünlandpflege überwiegend als Mahdein schonender Erhaltungsschnitt der vorhandenen Altbäumebesondere Insektenschutzmaßnahmenbesondere Maßnahmen für Höhlenbrüterdie Errichtung zweier Informationstafeln Die Unterstützung bei dem Vorhaben zur Nachpflanzung erfolgte durch die Natura2000-Station sehr zügig. Die Inhalte dieser Unterstützung umfassten die Empfehlung von Baumschulen, das Behördenmanagement mit der UNB sowie die Antragsvorbereitung eines NALAP-Antrages. Dies ist, insbesondere zum Jahresende hin, eine maßgebliche Unterstützung, da Fristen zu beachten sind und das Jahr quasi 14 Tage eher endet! Im vorliegenden Fall wurde die Förderung für die Pflanzung von 10 hochstämmigen Obstbäumen (Maßnahme „S 6“) beantragt und bewilligt. Die gewährten Fördermittel in Höhe von 55 €/Baum decken lediglich die Materialkosten für Bäume (Hochstamm entsprechend Anforderung NALAP) und Schutz (Normannische Korsett). Für den Erhaltungsschnitt, die Nisthilfen und die Informationstafeln stellte die Naturforschende Gesellschaft Altenburg e.V. einen NALAP-Antrag. Eventuell weitere laufende Anträge oder Förderungen werden so in Erfahrung gebracht. Erwähnenswert ist, dass die zuständige Natura2000-Station (hier Naturforschende Gesellschaft Altenburg e.V.) die Obere Saale betreibt und als Antragsteller selbst als Zuwendungsempfänger auftritt[1]. Die NALAP-Antragstellung selbst ist mit Vorkenntnis kein Problem. Doch sollten im Vorfeld die Unterstützer, wie eben die regional zuständige Natura2000-Station/Landschaftspflegeverband und die Untere Naturschutzbehörde, zu Rate gezogen werden. Überall wird man dabei hilfsbereiten Menschen begegnen, die dem Vorhaben „Streuobst“ aufgeschlossen gegenüberstehen. Dies ersetzt jedoch keineswegs die eigene Beschäftigung mit den Fördervorschriften. Mit dem Erhalt einer Zuwendung geht man eine Bindung ein. Dies bringt Einschränkungen in der Verfügbarkeit mit sich und dauert – je nach Programm – über Jahre. Der finanzielle Aspekt einer diesbezüglichen Förderung darf nicht das alleinige Entscheidungskriterium sein. Die ausgereichten Fördermittel erleichtern die Entscheidung für eine Maßnahme, reichen jedoch keineswegs aus, um alle notwendigen Arbeiten rund um das Förderobjekt abzugelten. Hier müssen weiterhin abgestimmte Konzepte nach dem Motto „Schutz durch Nutzung“ her. Die für die Grünlandpflege und den Insektenschutz wichtigen Akteure wurden bislang noch nicht gefunden. Der Entzug von einem halben Hektar Grünland hat bei dem bis Herbst 2020 bewirtschaftenden Unternehmen keine kooperative Reaktion erkennen lassen. Dritte könnten vermuten, dass Insektenschutz sowie der pflegliche Umgang mit Böden und Naturgütern noch nicht überall als überlebensnotwendig angesehen werden. Zwischen den alten Kirschbäumen stehen nun seit Dezember 2020 ganz junge Obstbäume: Adersleber Kalvill, Croncles, Dülmener Rosenapfel, Gehrers Rambur, Maunzenapfel, Wagenerapfel, Burlat, Dönissens Gelbe Knorpel, Emma Leppermann und Hanita. Die Kartierung der Bäume samt ggf. bemerkenswerter Brutvorkommen mit Hilfe der Streuobst-App ist eine weitere Aufgabe und erfährt gegenwärtig Unterstützung über das Streuobst-Netzwerk. Sicherlich wird es den Mitgliedern des Streuobst-Stammtisches und Vertretern der hier beteiligten Natura2000-Station möglich sein, die Fläche in Augenschein zu nehmen, die dargelegten Aspekte zu diskutieren und helfende Hinweise zu geben. Bis dahin steht der Pächter für Fragen, Hinweise zur Grünlandpflege und Pflegetipps zur Verfügung. Den Kontakt gibt’s vom Streuobstnetzwerk. Mit besten Grüßen Jürgen Schindler Fotos: Jürgen Schindler [1] Hinweis der Redaktion: In dieser Region ist für Streuobstwiesen auch der Landschaftspflegeverband „Schiefergebirge/Obere Saale e.V.“ zuständig. Den Kontakt finden Sie auf http://streuobst-thueringen.de/kontakt/

    • Pflanzung – Grundlage langen Baumlebens

      Frisch gepflanzter Jungbaum, fachgerechter Schnitt fehlt noch Neben der Auswahl der richtigen Obstart und Obstsorte ist das Pflanzen die Grundlage für ein gutes und langes Baumleben. Bereits die Auswahl der Obstart und der Sorte ist wichtig. Kriterien sind vor allem Nutzungsabsicht, Standort, Bodenverhältnisse. Doch allen Überlegungen vorangestellt ist folgende, banale wie essentielle Frage: Kann ich mich die nächsten Jahrzehnte um das neue Lebewesen Obstbaum kümmern, habe ich genug Zeit und auch Geld, dies zu leisten?

    • Holzhacker für das Streuobstnetzwerk Ostthüringen

      Holzhäcksler im Einsatz Holzhäcksler Timberwolf im Streuobstnetzwerk Ostthüringen im Einsatz – ein Erfahrungsbericht in Röttelmisch (Reinstädter Grund) Für die Mitglieder im Streuobstnetzwerk Ostthüringen besteht die Möglichkeit einen leistungsstarken Holzhäcksler „Timberwolf TW280TDHB“ bei der Einheitsgemeinde Remptendorf auszuleihen.   Die Maschine ist auf einem PKW-tauglichem Anhängerfahrgestell montiert und wiegt 1.180 kg. Der 45 PS Dieselmotor ermöglicht einen Schnittguteinzug von maximal 21 cm Durchmesser. Die Tankkapazität beträgt 36 Liter. Der durchschnittliche Dieselverbrauch liegt bei neun Liter pro Stunde.  Die kostengünstige Ausleihe kann nach Absprache jeweils von Donnerstagnachmittag bis Montagfrüh erfolgen. Der Holzhäcksler wird vollgetankt zur Verfügung gestellt. Nach der Nutzung soll er wieder vollgetankt und gereinigt abgegeben werden.  Erfahrungsbericht Wir haben uns nach telefonischer Anmeldung, der Klärung der Mitgliedschaft im Streuobstnetzwerk Ostthüringen und Absprache mit dem Bürgermeister der Einheitsgemeinde Remptendorf, Herrn Thomas Franke, an einem Donnerstag im Bauhof der Einheitsgemeinde Remptendorf getroffen. Der Holzhäcksler stand dort abfahrbreit in einer Halle. Nach der Einweisung, der Funktionsprobe und dem Ausfüllen des Übergabeprotokolls fuhren wir rund 50 km nach Röttelmisch. Über mehrere Jahre hatten sich die Schnittholzhaufen auf unseren rund 1,8 ha Streuobstflächen angesammelt. Zu Dritt haben wir an zwei Tagen alle Schnittholzhaufen häckseln können.   Die Bedienung des Holzhäckslers erwies sich als einfach, robust und sicher. Es gab über rund acht Betriebsstunden kein im Einzug verklemmtes Holz oder sonstige Ausfälle. Die Maschine kann während des Häckselns am PKW angehängt bleiben. Das macht schnelles Umsetzen und damit das zügige Abarbeiten von dezentral gelagerten Schnittholzhaufen möglich. Die Maschine wird immer unter Volllast betrieben. Der Lärmpegel ist erheblich! Unbedingt erforderlich sind Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz (dB beachten) zur Geräuschminderung), Schnittschutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe und geeignete Jacke und Hose. Beim Einlegen des Schnittgutes sollte man nicht direkt hinter dem Schnittgut stehen, sondern seitlich daneben. Besonders starke Äste und hartes, gelagertes Holz wippt beim Einzug. Steht man direkt hinter dem Holz, besteht Verletzungsgefahr. Um die Maschine nicht leer zu fahren, ist ein Ersatzkanister mit Dieseltreibstoff notwendig. Nach dem Häckseln muss die Maschine gereinigt werden. Der besonders durch Wind angetragene Pflanzensaft erweist sich als hartnäckig. Wir haben rund eine Stunde zum Putzen benötigt. Am Montag erfolgte der Rücktransport und die problemlose Rückgabe in Remptendorf.   Danke! Streuobstwirtschaft ist nichts, was man allein mit Schere und Säge bewältigen kann. Wir danken der Gemeinde Remptendorf herzlich für ihr Engagement bei der Beschaffung, Finanzierung und Ausleihe des Holzhäckslers!  Den LEADER-Aktionsgruppen Saale-Orla, Saale-Holzland und Saalfeld-Rudolstadt ist für die Förderung des Holzhäckslers aus europäischen und Landesfördermitteln zu danken!   Möge das wertvolle Angebot lange erhalten bleiben, viel Nutzen stiften und dabei helfen, unsere wertvolle Streuobstlandschaft  zu bewahren und zu entwickeln!  Susanne Mohr und Alexander Pilling Kontakt: Interessenten für die Ausleihe des Holzhäckslers melden sich bitte bei Herrn Bürgermeister Thomas Franke in Remptendorf,  Tel.: 036640-4490 (Sekretariat)  oder 0170-2327623  Wenn Sie auch kostenfreies Mitglied werden möchten, können Sie hier weiterlesen. Fotonachweis: Susanne Mohr und Alexander Pilling

    • Baumpflege durchs Jahr

      Lohn der Arbeit Unsere Kulturpflanze Obstbaum braucht Pflege rund ums Jahr. Das Netzwerk bietet verschiedene Kurse an, bei denen Wissen und Fertigkeiten vermittelt werden. Bei weiteren Fragen stehen wir gerne zur Verfügung! Hier ist eine Übersicht über die notwendigen Maßnahmen für unsere Wiesenschätze.

    • Weltkulturerbe & europaweiter Tag der Streuobstwiese

      Über Jahrhunderte entwickelte sich aus praktischen, effizienten und ökologischen Gründen der Streuobstanbau, der auf verschiedenen Etagen den landwirtschaftlichen Raum optimal ausnutzte. Der heute Trend „vertical gardining“ daher keine neue Erfindung. Hunderte von Sorten, gezüchtet nach verschiedensten Eigenschaften und Ansprüchen entstanden. Tier und Pflanzen haben sich an den besonderen, reichlich vorhandenen Lebensraum „Streuobstwiese“ angepaßt. Obstgürtel versorgten die umliegenden Menschen mit Obst zum Sofortverzehr oder zum späteren Gebrauch. Nachdem nun sämtliche der alten Streuobstbestände überaltert, vergreist, „oben rum“ ungepflegt und am Auseinanderbrechen sind, gibt es eine Kehrtwende: Der freistehende Obstbaum erfährt eine Renaissance in Pflege, Wertschätzung und Wertschöpfung. Viele Jahrzehnte „Pflegestau“ machen sich bemerkbar, nun wird nach und nach aufgeholt. Junge Bäume werden nachgepflanzt, es gibt wieder Obst- und Apfelfeste, teils mit Sortenbestimmung. Selbst gesammelte Früchte werden vermostet, Obstspezialitäten entstehen, Mostereien werden eröffnet. UNESCO Immaterielles Weltkulturerbe Der Verein Hochstamm Deutschland e.V. hat – mit Unterstützung 1,2 Millionen Obst(baum)liebhaber einen Antrag auf Immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO eingereicht. Am 19.03.2021 gab es die freudige Verkündung: Ja, Streuobst zählt nun auch dazu. Herzlichen Dank an den Verein und die viele Arbeit! In den sozialen Medien bringt die Eingabe von #streuobstistüberall eine interessante, da mannigfaltige und europaweite Europaweiter Tag der Streuobstwiese 2021 ist ein gutes Jahr für das Streuobst! UNESCO Weltkulturerbe, viele Medienbeiträge, ein nasser Winter und europaweiter Tag der Streuobstwiese. Dieses Engagement kommt aus Österreich und schwappte nun auch über. Schauen Sie doch mal bei den Kollegen nach!



Mitmachen

Wir würden uns freuen, auch Sie in unserem Netzwerk begrüßen zu dürfen. Dazu brauchen Sie nur einen Fragebogen ausgefüllt und unterschrieben an uns zurück zu zusenden. Diesen gibt’s von uns auch unter Kontakt.