Vergreister Jungbaum, befallen mit Splintholzkäfer
Vergreister Jungbaum, befallen mit Splintholzkäfer
Vergreister Jungbaum, befallen mit Splintholzkäfer

Nach den extremen Trockenperioden 2018 und 2019 ist derzeit ein sehr starkes Auftreten des Obstbaumsplintkäfers in unserer Region festzustellen. Dieser gehört zur Familie der Borkenkäfer und befällt, ähnlich wie sein Verwandter im Wald, die durch den Wassermangel der letzten Jahre geschwächten Bäume.


Der Käfer findet diese schwachen Bäume, bohrt ein Loch für die Eiablage. Die Larven fressen sich Gänge zwischen Rinde und Splintholz. Ab ca. 18° C beginnen die ersten Käfer zu Fliegen.

Innerhalb kürzester Zeit werden so ganze Baumpartien abzusterben, die Rinde löst sich und der Bereich oder gar Baum ist nicht mehr zu retten.

Vorbeugend läßt man einiges machen. Am Wetter kann man nichts ändern, doch an der Pflege der Wiese kann man einiges tun.

Altbaum mit schweren Befall
Altbaum mit schweren Befall

Maßnahmen im akuten Befall:

  • Bäume nach Löchern oder Gängen absuchen
  • abgestorbene Teile entfernen, nicht lagern, sondern rasch verbrennen
  • Sondergenehmigungen fürs Verbrennen können eingeholt
  • Alkoholfallen können helfen, weitere Käfer vor weiterem Befall zu fangen


Brut- und Nistmöglichkeiten für Vögel

Spechthöhle mit Vordach
Spechthöhle mit „Vordach“
  • alte, abgestorbene Bäume/Habitatbäume enthalten natürliche Höhlen für Spechte – lassen Sie diese stehen
  • weisen die Bäume kleine ausgefranste Stellen auf, war der Specht bereits aktiv
  • Förderung der Ansiedlung von Vögeln, die Käfer und Larven fressen: Meisen, Kleiber, Buchfinken, Dompfaffe, etc.
  • Bauen Sie Nistkästen und beachten Sie Material- und Größenanforderung. Der NABU gibt wertvolle Tipps.


Baumpflege

Gepflegte junge Birne, ca. 16 Jahre
  • Jungbäume brauchen einen strengen, anfangs jährlichen Schnitt; dies regt das Wachstum der ober- und unterirdischen Teile an
  • vergreiste (Alt-) Bäume mit zu hohem Fruchtholzanteil schwächen den Baum -> fachgerechtes Schneiden kann revitalisieren und zum Neuaustrieb anregen
  • Gießen von Wachstumsbeginn an bis Oktober; der Dürremonitor zeigt durch fehlenden Schnee jetzt schon einen bedenklichen Mangel an Bodenfeuchtigkeit: mehrmals im Monat, mindestens 20 l für den Jungbaum, Altbäume entsprechend mehr
  • Baumscheiben hacken und von Bewuchs freihalten, Durchmesser mindestens 1 m
  • Vermeiden von schwächenden großen Wunden und falschen Schnitten, Behandlung von bestehenden Wunden


Entsorgung

Wichtig ist insbesondere, das befallene Holz konsequent zu entsorgen, am besten zu verbrennen. Kleinere Mengen können unter Berücksichtigung der örtlichen Regelungen in Feuerschalen oder Holzheizungen verbrannt werden. Für größere Mengen bieten sich Osterfeuer an. Möglich ist auch, bei der zuständigen Kommune eine Ausnahmegenehmigung für ein einmaliges Feuer zu beantragen; dazu sollten sich am besten mehrere Gartenbesitzer absprechen. Das Ablagern des entfernten Holzes auf den Obstwiesen oder in ihrer Nähe bringt jedenfalls nichts, da sich die Jungkäfer ja noch darin befinden und das Problem weitertragen.

TV-Beitrag April 2020

Auszug TV-Beitrag 07.04.2020, mdr

Das mdr-Fernsehen hat Anfang April unseren Regionalkoordinator Dr. Kolbmüller in Bechstedt besucht und Eindrücke des Käfers gesammelt. Hier können Sie sich den Beitrag ansehen.

Für Fragen und Hinweise steht das Streuobstnetzwerk gern zur Verfügung.




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