Ein spannendes Obstjahr liegt hinter uns, etliche Kurse, Vorführungen und auch zwei pomologische Seminare haben wir durchgeführt. Die Teilnehmenden, Baumpfleger und Pomologen berichteten von ähnlichen Erfahrungen.

Kaum Blüten 2019

Wir alle haben den Spätfrost der Kalten Sophie in guter Erinnerung. Neben den ersten zarten Pflänzchen sind auch viele Obstblüten erforen. Diese waren oft bereits aufgrund der Trockenheit und Fruchtschwemme 2018 von geringer Menge und Qualität. Die Folgen kennen wir alle – wenige Früchte, die sich zudem schlecht lagern lassen/ließen, da sie rasch faulten.

Doch längst nicht jeder Baum nahm durch die Kälte Schaden. Spannend ist, dass sich deutliche Unterschiede in den Sorten und ihrer Frosttoleranz abzeichneten. Münchberger Sorten, wie Helios, Alkmene, Undine, Carola und Auralia zeigten wenig bis keine Schäden. Sorten aus ursprünglich kälteren Regionen, wie Ontario, Spartan oder Macoun überstanden den Luftfrost ebenso gut. Es erstaunt nicht, dass neuere Sorten oft große Ausfälle hatten.


Schädlinge und Krankheiten
Die Blüten werden bereits im Vorjahr angelegt, beeinflußt durch Niederschlag, Fruchtmenge und -qualität. Und da 2018 nicht optimal verlief, sind die aktuellen Ergebnisse nicht verwunderlich. Erstaunt waren jedoch die Pomologen über die Varianten von Geschmack, Größe und Ausfärbung. Sehr häufig ist auch Stippe in den Früchten gewesen, was eigentlich einem Kalk- folgt, jedoch heuer eher auf Feuchtigkeitsmangel hinweist.

Hinzu kommen viel Schorf, eine deutliche Zunahme von Rindenbrand, drei Generationen Apfelwickler und etliche Blattläuse. Einer Zunahme der Kirschfruchtfliege kann man nicht viel entgegensetzen. Versucht werden kann ein Anbau von frühen bzw. die frühere Ernte der späteren Sorten. Nicht weniger bedrohlich erscheint die Zunahme von Mistelbefall auf Obstbäumen. Diese sollten regelmäßig, möglichst komplett und frühzeitig entfernt werden.

Empfehlungen – Wasserversorgung
In trockenen Jahren müssen jüngere Bäume gut mit Wasser versorgt werden. Auch bei einer Pflanzung im Herbst sollte es eine reichhaltige Wassergabe erfolgen – auch im Herbst.
Ganz konsequent sollte in der Wachstumsperiode das Gießen eingehalten werden: alle zwei Wochen zwanzig Liter pro Bäumchen. Nur so kann ein optimales Wurzel- und Triebwachstum erreicht werden. Die Anlage von Baumscheiben mit einem Radius von 0,5 m, wo die Erde oberflächlich gelockert wird und ggf. mit Mulchmaterial bedeckt wird.

Schnitt
Ungepflegte Bäume neigen zum Alternieren: auf Jahre mit sehr guten Erträgen folgen Jahre mit bescheidenen Erträgen. Bei nur wenigen Sorten ist dies normal. Die meisten Betroffenen bräuchten einen guten Baumschnitt , baumschonende und nicht radikal.

Pflege
Gegen Sonnenrissen im Winter hilft es, die Stämme zu kalken und generell Wundbehandlungen vorzunehmen. Als umweltverträgliches Spritzmittel wurde „Neemöl“ genannt. Es ist gegen Käfer, Raupen, Läuse und Spinnmilben einsetzbar, ebenso gegen Schnecken und Pilzbefall. Direkt auf die Blätter gegeben, wirkt es gegen akuten Schädlingsbefall. Bitte beachten Sie die Verdünnungsangaben der Verpackung.

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